Homöopathische Praxis

Homöopathie und Focusing

Arzneimittel in der Homöopathie

Ausgangsstoffe
Ausgangsstoff für ein homöopathisches Arzneimittel kann grundsätzlich jeder existierende Stoff sein. Ein homöopathisches Mittel ist nicht aufgrund seiner Herstellungsform, sondern aufgrund der Abgabe nach dem Ähnlichkeitsprinzip ein homöopathisches Mittel, d.h. ein „sogenannt“ homöopathisches Mittel kann auch „allopathisch“ eingesetzt werden.

  • Aus dem Pflanzenreich z.B.: Arnika, Tollkirsche, Kamille etc.
  • Aus dem Mineralreich z.B.: Calcium, Eisen, Arsen etc.
  • Aus dem Tierreich z.B.: Schlangengift (Lachesis), Bienengift (Apis) etc.

Herstellung
Für die Herstellung der homöopathischen Mittel gibt es klare Richtlinien, welche im HAB (Homöopathisches Arzneibuch) festgehalten sind. Die homöopathischen Mittel werden potenziert, d.h. jeweils stufenweise verdünnt und dann verschüttelt oder verrieben. Dabei wird die Information auf einen neuen Träger (meistens Milchzucker oder Alkohol) übertragen.

Durch diesen Vorgang wird die Freisetzung der Arzneikraft überhaupt erst möglich gemacht. Damit können sonst wirkungslose Mittel wie Lycopodium (Bärlapp) oder Natrium Muriaticum (Kochsalz) hochwirksame Arzneimittel werden. Andererseits verlieren ansonsten giftige Stoffe wie Arsen, Tollkirsche etc. durch die Potenzierung ihre Giftigkeit.

Potenzen
Die homöopathischen Mittel werden in verschiedenen Potenzstufen angeboten. Bei den D-Potenzen z.B. wird bei jedem Potenzierungsschritt 1 Teil der Ausgangssubstanz mit 9 Teilen Alkohol vermischt und verschüttelt. Bei den C-Potenzen wird 1 Teil der Ausgangssubstanz mit 99 Teilen Alkohol vermischt und verschüttelt. Je höher die Potenz, desto tiefgreifender und länger die Wirkung des Mittels.

Arzneimittelbilder (Materia Medica)
Die Arzneimittelbilder entstehen durch verschiedene Informationsquellen.
Einerseits durch Prüfungen der Arzneien an gesunden Menschen. Dabei produzieren die Prüfer für einen begrenzten Zeitraum Symptome aufgrund der Arzneimittelgabe. Diese Symptome werden gesammelt, aufgeschrieben und ausgewertet.

Weitere Informationen zu den einzelnen Arzneien erhält man durch die Toxikologie, die Anwendung in der Medizin, durch die spezifischen Eigenschaften und Lebensräume der Ausgangsstoffe, durch wissenschaftliche Gruppierungen und Zuordnungen und dessen gemeinsame Eigenschaften sowie durch geheilte und gut gelaufene Fälle aus der homöopathischen Behandlung.

Aus diesen ganzen Bereichen werden dann die Informationen zusammengetragen, überarbeitet und zu einem Arzneimittelbild zusammengefügt. Diese vielen einzelnen Arzneimittelbilder sind in einer grossen Materia Medica (Sammlung der Arzneimittelbilder) zusammengefasst.